Die Teilnahme an Social Media ist bivalent. Aus der gegenwärtigen Ecke beleuchtet, ist die eigene Timeline in Social Media nicht immer interssant. Intensiver ist sie gefüllt mit Warnungen. Das variiert periodisch mit den wechselnden, äußeren Einflüssen und es wurde am Ende zunehmend grotesk.
- Natürlich wird vor Wahlen immer vor dem Untergang des Abendlandes gewarnt – oder dem Gegenteil.
- Im Winter wird natürlich vor Glätte und Kälte gewarnt. Wer schaut noch aus dem Fenster, bevor er das Haus verläßt?
- Passend dazu im Sommer. Hitze und Sonneneinstrahlung, das kommt immer völlig unvorhersehbar. Wind und Regen sind natürlich zunehmend unwetterartig.
- Betrüger und die „weißen Sprinter“ in Straßen, aus denen böse Menschen Böses planen.
- Jobverlust.
- Gesundheit, das Riesen-Warnthema. Wenn man einfach nur vor sich hin lebt, endet es auf jeden Fall tödlich.
- Fahren ohne Winterreifen? Gruselig, davor muss man warnen.
- Radfahren ohne Helm?
- Überqueren einer Straße?
- Feinstaub?
- Kohlehydrate?
- Fette?
- Zuviel Eisen? Oder zuwenig?
- Wehe, man hat ein Haustier. Da lauern Gefahren, vor denen man auf jeden Fall gewarnt werden muss.
- Müssen Menschen in Warnwesten mit blinkenden Leuchtbaken und Warnpfeilen vor etwas warnen, was man eigentlich auch selbst sehen müsste?
Mit dem Abschalten von Social Media ist mein Warn-Input noch nicht auf null. Das Eindringen höchst individueller Empörungs- und Betroffenheits-Dramen in meine IT ist wenigstens stark reduziert. Auch konventionelle Medien beschäftigen offenbar Z-„Journalisten“, die mit Warnungen Klicks generieren wollen oder müssen. Only bad news are good news und selbst große Investigativ-Schlachten beginnen immer mit der ersten Entdeckung. Es ist allerdings deutlich weniger geworden, seit Social Media abgeschaltet ist und die Gutmenschler-Warnungen nicht mehr bis auf meinen Schreibtisch drängen.

