
Als ich die Weisheit das erste mal auf einer Veranstaltung hörte, habe ich intern die Augen gerollt. Die etwas sprachlich flache Tatsache so mühsam in Vokabeln zu verpacken und auszudrücken, was eigentlich nicht wirklich neu ist, zu der Veranstaltung allerdings dringend nötig war.
Normalität hat schon einen Riesen-Pool für Dinge, mit denen man umgehen muss und deren Risiko in Bewertungen einfließt.
- Ernteverluste
- Wetter
- Streiks
- Erdbeben
- Piraterie
Als wäre die Liste der unvorhersehbaren Einflüsse auf Versorgung und Beschaffung nicht schon lang genug. Im „Risk assessment“ beschäftigt man sich damit und trifft Vorkehrungen, damit die Unwägbarkeiten nicht unmittelbar in die Planbarkeit einer Periode durchschlagen. „Planbarkeit“ – das ist die schräge Vokabel, die notwendig ist, um Personal-Entscheidungen zu fällen, um Lieferketten zu schärfen und Marketing zu steuern.
Neu in der Liste ist „erratisches Verhalten“ der Regierenden in den Ländern, in die ich mein Produkt verkaufen will. Die andere Seite der Planbarkeit. Ressourcen bereitstellen im Hinblick auf angestrebte, geplante Absätze. Wenn sich dann Zollsätze nach Tageslaune ändern – auch gerne außerhalb etablierter Rechtssysteme – zieht sich die Disruption durch viele Systeme. Lieferketten habe nicht nur ich mit meinem Herstellungsprozess. Lieferketten sind auch die Aufgabe meiner Kunden, bei denen ich Teil der Lieferkette bin.
Überspitzt im Wochenrythmus neue Zollsysteme, Sanktionspakete oder Hemmnisse bei Einfuhren sind ein Risiko, mit dem nur sehr schwer umgegangen werden kann. Selbst die beteiligten Behörden haben es nicht leicht, mit dem Tempo Schritt zu halten.
„Change is here to stay?“ Ja, leider und auch wenn einige Changes unvermeidbar sind, gibt es auch neuerdings sehr unerwünsche Changes, die niemand schätzt und die niemand nützen.
